Hunde sind die besten
und treusten Freunde des Menschen. Dass Hunde aber noch viel mehr
können als Stöckchen holen, sich stundenlang kraulen lassen oder
freundlich Pfötchen geben, beweist Mira, die Therapiehündin an der
Psychiatrischen Tagesklinik in Wiesbaden. Die Australian Shepherd
Hündin Mira ist seit dem 1.November 2004 "Mitarbeiterin". Die Hündin
teilt ihr Privatleben mit der Ergotherapeutin der Klinik, Renate
Dörr.
"Hütehunde wie Mira sind als
Therapiebegleiter besonders geeignet, weil sie ihre Zuwendung zu den
Patienten in Unsere Serie
einer ausgewogenen Gleichheit
dosieren können. Der Charakter dieser Rasse ist sehr
menschenbezogen, freundlich, ruhig und gelassen. Durch ihre
Lernfähigkeit können sie sich gut in einer Einrichtung mit vielen
Menschen einfügen", erläutert Renate Dörr.
Als begleitende Ausbildung besucht
Mira die Hundeschule, wo ihr spielend der Grundgehorsam beigebracht
wird. Die junge Hütehündin nimmt instinktiv und begeistert den
täglichen Kontakt mit zwanzig Patienten auf. In der Therapie ist der
enge Bezug zwischen Mensch und Tier sehr wesentlich. Die Patienten
spüren und erfahren neue Aspekte wie Entspannung und Beruhigung,
aber auch Stimmungsaufhellung durch den Kontakt und die
Kommunikation mit Mira. Als sehr wohltuend werden die täglichen
Spiele und Streicheleinheiten mit der freundlichen Hündin empfunden.
Rituale wie tägliches Begrüßen und "Gassigehen" fördern die
Patienten in der Verantwortungsschulung. Davon profitieren die
Patienten und auch die Mitarbeiter.
"Früher hatte ich Angst vor Hunden,
doch Mira ist lieb und gibt mir Freude", so die Meinung vieler
Patienten. Das Knuddeln mit Mira gehört zu den
Lieblingsbeschäftigungen der Therapie-Teilnehmer. Doch was ist das
Geheimnis? Warum kann ein kleiner Hund durch seine bloße Anwesenheit
soviel Freude bereiten?
Sicher ist, dass es vielen Menschen
leichter fällt, Vertrauen zu ihren vierbeinigen Gefährten aufzubauen
als zu ihren zweibeinigen Mitmenschen. Es mag daran liegen, dass
Hunde geduldige und teilnahmsvolle "Zuhörer" sind, dass Hunde
unvoreingenommen auf alle Menschen zugehen oder dass Hunde nichts
lieber tun als die Streicheleinheiten der Menschen zu genießen und
damit wiederum ihr Bedürfnis nach Zärtlichkeiten stillen.
Durch einen Hund wie Mira wird
darüber hinaus, die Gemeinsamkeiten unter den Patienten gefördert,
soziale, verbale und nonverbale Kontakte verstärkt. Das seelische
Gleichgewicht der Patienten stabilisiert sich, und man wird von
seinen Sorgen, seiner Krankheit abgelenkt. Natürlich kann Mira noch
vielmehr bewirken. Warum die Hündin als Therapiebegleiterin so
erfolgreich ist, bleibt aber ihr Geheimnis. Denn eines kann sie
leider nicht: Sprechen. Doch wenn sie es könnte, würde sie ganz
bestimmt den Patienten sagen, wieviel Freude ihr der neue
Arbeitsplatz und die vielen neu gefundenen Freunde bereiten. So ist
und bleibt die süße Shepherd-Hündin der Liebling in der
psychiatrischen Tagesklinik des Zentrums Soziale Psychiatrie (ZSP)
Rheinblick in Wiesbaden. Sie ist ein lebhaftes Beispiel für
Innovation in den Abteilungen des ZSP-Rheinblick in Eltville und in
Wiesbaden.
Mit freundlicher Genehmigung vom Wiesbadener Tagesblatt
Artikel erschienen am 06.08.2005 im Wiesbadener Tagesblatt
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